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"So wie ich die Lage einschätze, wird sich ein Kampf nicht umgehen
lassen." Captain Picard beugte sich über die auf dem Schreibtisch
ausgebreitet Landkarte. "Falls nicht Sandokan angreift, was ich
vermute, da er das Treiben des Gouverneurs nicht länger billigen wird,
wird der Gouverneur weiterhin Unschuldige opfern."
"Es muß beidem Einhalt geboten werden. Lieber wäre es mir noch, wenn
wir einen Kampf von vorn herein verhindern könnten, aber für den Fall,
daß wir zu spät kommen, was schlagen sie vor, meine Herren?"
Colonel O'Neill schaute zu Captain Picard hinüber, dessen Stirn sich in
Falten gelegt hatte und der das Wort ergriff. "Es so unblutig wie
möglich beenden."
"Wenn der Kampf im vollen Gang ist, können wir nur eines tun, um das
schlimmste zu verhindern, Mylord...." Die Ausführungen wurden jäh durch
einen Tumult draußen unterbrochen.
Kanzler John G. Martok, Abgesandter der britischen Krone, riß die Türen
zum Arbeitszimmer des Gouverneurs auf und stürmte auf den Gang. Vor ihm
entfaltete sich ein eigenvertümliches Bild: Fünf bewaffnete Soldaten im
gebührenden Abstand um einen in schwarz gewandeten, großen,
dunkelhäutigen Mann, der einen wesentlich kleineren, gefesselten am
Kragen gepackt hielt.
"Wollen sie wissen, wer Gouverneur Gowron getötet hat, dann ziehen sie
ihre Männer ab, oder ich gehe wieder mit meinem Gefangenen."
Der Kanzler hob zweifelnd die Augenbrauen. "Wer sind sie?"
"Das ist nicht Inhalt unseres Gespräches."
"Wer ist der Mann?" John G. Martok deutete auf den Gefesselten.
"Mister Jerry Binks, Verwalter der van Hennings Plantagen. - Und das
ist sein Geständnis. Der gefährlich aussehende Mann hielt ein Papier in
der Hand. "Den Rest wird er ihnen erzählen."
"Na, gut! Treten sie ein." Der Kanzler winkte den Soldaten zu, die mit ihren Gewehren im Anschlag in das Arbeitszimmer folgten.
"Ich danke ihnen für die großzügige Gastfreundschaft." Der Fremde
machte eine angedeutete Verbeugung. Nur sein unverschämtes Grinsen
sprach dieser Aussage Lügen.
Skeptisch postierte sich der Lord hinter dem Schreibtisch. "Kommen sie zur Sache, Mann."
"Dieser Mann hier gesteht, am Sklavenhandel beteiligt gewesen zu sein
und zu wissen, wer Henry Gowron umgebracht hat. Ich habe ihm
zugesichert, daß sie ihm mildernde Umstände gewähren, da er nur
Handlanger war."
"Wenn dem so ist. Können wir darüber reden." Nun mußte sich der
Gouverneur doch setzen "Und welche Rolle spielen sie in dem Stück?"
"Sagen wir..." ein selbstgefälliges Lächeln schmückte die rauhen Züge "...ich bin der Bote der Götter."
Dem Kanzler war anzusehen, daß er davon nicht so ganz überzeugt war..."Mr. Binks, bestehen diese Anschuldigungen zu recht?"
Der Angesprochene schaute ihn zweifelnd an. Sein Gesicht war rußig, als wäre er knapp einem Feuer entronnen.
"Nehmen sie dem Mann die Fesseln ab, Picard, und geben sie ihm was zu
trinken." Mr. Binks schien recht dankbar zu sein und mit zitternden
Händen nahm er das ihm dargereichte Glas, wesentlich glücklicher hier
zu sein, und vor diesem Barbaren doch einen gewissen Schutz zu haben.
"Also, Mr. Binks." begann der Kanzler von neuem "Wenn sie uns ein
genaues Geständnis abgeben, bin ich in der Lage sie vor dem Galgen zu
bewahren. Wer steckt hinter all' dem."
Jerry Binks blickte zu dem Fremden hinüber, der dem Gouverneur den Zettel reichte.
"Ich der Unterzeichnete, ..." las Lord Martok laut "...gestehe, freiwillig, nicht unter Zwang..... Wer ist Nute Gunray?"
"Der Mörder von Henry Gowron, derjenige, der hier alle betrogen, sich
auf Kosten anderer bereichert hat. Sie wären erstaunt, wieviel
Ländereien er inzwischen hier besitzt. Das einzigste, was ihn noch
fehlte waren Macht und Einfluß, ein kleines Königreich...."
"Ich will das von Mr. Binks wissen, nicht von ihnen." herrschte Kanzler
Martok den Fremden an, von dem er vermutete, daß er ein Kopfgeldjäger
war und nur noch hier, weil er abschätzen wollte, wie hoch seine
Belohnung ausfallen würde. "Ich warte, Mr. Binks...."
"Nute Gunray..."begann dieser mit krächzender Stimme und räusperte sich
"...ein kleiner Dieb .....ein Zufall war es, daß er auf dem gleichen
Schiff war wie General Kirk. Er gab sich als angesehener Geschäftsmann
aus und das konnte er gut....Das Schiff geriet in einen Sturm und sank.
Nute konnte sich mit General Kirk auf einem Stück Treibholz retten. Der
Bitte des Sterbenden aber, den Sigelring seiner Familie zu übergeben,
kam er nicht nach."
Die Gesicht des Kanzlers schien in seine Einzelteile zerfallen zu wollen
" ....Statt dessen schrieb er der Tante von James Kirk in Beaufort, daß
er nach einer recht stürmischen Überfahrt seinen neuen Posten in Rangun
angetreten hätte....Es war ein einfaches aus Nute Gunray General James
T. Kirk zu machen, sie sahen sich sehr ähnlich..."
"Sagen sie den Herren, warum sie das alles so genau wissen, Binks." Der
Fremde schubste den Verwalter an, der sich erschrocken zusammenkauerte.
"Er...er ist mein Halbbruder."
Stille lastete schwer im Raum. Alles hätte der Lord Kanzler erwartet, aber nicht das.
"Und von wessen Hand starb Gouverneur Gowron, wenn James Ki...Nute Gunray in Rangun war?" fragte skeptisch Colonel O'Neill.
"Nun..." Jerry Binks wurde etwas lockerer, angesichts der Reaktion, die
seine Enthüllungen verbreiteten. Da kam der alte Tingeltangelkünstler
in ihm durch. Er hatte ein begeistertes Publikum. "...offiziell
besuchte er seine Tante in Beaufort, wo er sich auch hat blicken
lassen, aber sicher nicht bei der alten Lady war, und wer fragt schon
bei einem General nach...dann hat er einen Abstecher in den Dschungel
gemacht, sich verkleidet, Henry Gowron auf einen abgelegen Pfad geführt
und ihn ermordet. Anschließend hat er mich besucht und mir von seinen
Plänen berichtet und was er vermutete, traf ja auch ein: Er war der
einzige zur Verfügung stehende Kandidat für den Posten des Gouverneurs
hier...."
Wieder senkte sich Stille über den Raum. Das mußte John G. Martok erst
mal verkraften. Was für eine...ihm fiel ein passender Ausdruck nicht
ein und normalerweise war er um Worte nicht verlegen. Er erhob sich,
der Tragweite dessen bewußt, was sich hier abspielte.
"Meine Herren, wir haben da draußen einen Betrüger, der im Namen der
britischen Krone Menschen tötet und im Begriff ist, einen Krieg
anzufangen. Wir reiten in zwei Stunden. - bringen sie Mr. Binks hinter
Schloß und Riegel. - Und nun zu ihnen: An welche Höhe der Belohnung
dachten sie?"
Der Fremde lachte ihn ... aus? - Ja, er lachte den Lord Kanzler ihrer Majestät aus...
"Dieses kleine Schauspiel war mir Belohnung genug. Mit ihrer Erlaubnis, ziehe ich mich jetzt zurück."
Und ehe sie sich's versahen, war er wie eine Spukgestalt aus dem offenen Fenster gesprungen und wie vom Erdboden verschwunden.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
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