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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Ein Sonnenstrahl nach dem anderen schob sich über den Horizont, wie ein Bergsteiger nach der Erde greifend, sich daran festklammern und unaufhaltsam höher gelangend und die Dunkelheit aus den kleinsten Ecken und Winkeln vertreibend. Immer höher stieg der orangene Ball und schon war es unmöglich in sein Antlitz zu schauen...
"Hey, Soldat!" Der angesprochene Lieutenant schreckte aus seinem dösenden Halbschlaf und schaute sich suchend um. Hörte er jetzt schon Stimmen? Er blinzelte...Reiter? - Reiter! Sie schienen direkt aus der Sonne zu kommen. Er bedeckte mit der Hand seine Augen, die anfingen zu tränen...
"Sag deinem General, der Tiger von Malaysia will ihn sprechen"
In den vorher etwas schläfrig aussehenden Wachposten kam Bewegung..."Alarm!"
Das Nachlager der britischen Armee, daß auf einer kleinen Anhöhe lag, geriet in ein ungeordnetes Hin und Herlaufen, bis sich die aus dem Schlaf gerissenen Soldaten mit ihren Waffen im Anschlag formiert hatten.
"Was für ein Chaos..." murmelte Kammamuri und schüttelte den Kopf.
"Ja, der General hat seine Leute nicht besonders gut im Griff." Sandokan beugte sich bequem nach vorne.
"Wir hätten gleich angreifen sollen. Was sollen wir mit Schakalen verhandeln!"
"Dann wären wir nicht besser wie der Gouverneur, Ulzana."
Zwischen den Reihen der Soldaten schob sich ein Mann nach vorne. "Ah, Sandokan! Du willst dich ergeben, was? - Nun, deine Kapitulation nehme ich gerne entgegen."
Die beiden Männer musterten sich eingehend. Der Gouverneur von Sarawak stand siegessicher mit in den Hüften gestemmten Händen, in eilig übergeworfener Uniformjacke da und grinste ihn frech an.
"Ich wollte eigentlich ihnen die Möglichkeit geben, daß Leben ihrer Männer zu schonen und sich zurückzuziehen."
Der Gouverneur lachte. "Das Leben meiner Männer soll von ein paar Landarbeitern bedroht sein?!"
Sandokan blickte ihn mitleidig an. "Ich bin auch bereit das Mann gegen Mann auszutragen." Schnell und kaum nachvollziehbar sauste ein Messer durch die Luft und landete genau vor der Stiefelspitze des Generals, dessen angespannte Haltung verriet, daß er Sandokan am liebsten an die Kehle gegangen wäre. Sandokan nickte mit dem Kopf "Das habe ich mir gedacht. - Sie verstecken sich lieber hinter einer Armee oder hinter ihren Handlangern, wie Mr. Binks. - Ich hoffe die Geschäfte waren einträglich?! In einigen Ländern wird ja Menschenhandel noch recht gut bezahlt...." Sandokan wartete die Antwort seines Widersachers nicht ab, dessen Gesicht immer röter angelaufen war.
Sie wendeten ihre Pferde und im gestreckten Galopp jagten sie über die Ebene, über der sich der Staub und das Flimmern der Sonne zu einem diffusen Licht vermischten.
Der General wandte sich um und schritt mit weit ausholenden Schritten hinter die Reihen seiner Männer. "Captain Sheridan! Wir greifen an, formieren sie die Männer."
"Sie wollen wirklich diese sichere Position hier aufgeben, General? Wenn wir erst auf der weiten Ebene sind, und Sandokan uns den Rückzug abschneidet...."
"Sandokan hat uns herausgefordert, falls sie es nicht bemerkt haben sollten, Captain." Mit heftigen Bewegungen schloß er seine Uniformjacke und griff nach seinem Degengehänge. Er wandte sich um. "Haben sie noch etwas einzuwenden, Captain?" Er studierte das jungenhafte Gesicht seines Untergebenen, dem man bestenfalls den Rang eines Lieutenants zutrauen würde.
Die Gestalt vor ihm senkte den Blick. "Nein, Sir."
"Gut!"

Sandokan und seiner Männer lenkten ihre Pferde in das die Ebene umschließende Waldgebiet.
"Was ist los?" Christina ritt ihm entgegen.
"Er wird angreifen."
"Vielleicht zieht er sich auch wie ein feiger Hund zurück."
"Nein, Kammamuri, daß wird er nicht." Sandokan ließ seinen Blick über die Landschaft gleiten. "Bezieht eure Posten, wie besprochen. Sabau, du wartest mit deinen Leuten hier, bis die Soldaten vorbeigezogen sind."
Kammamuri, Li und Ulzana gaben ihren Pferden die Sporen und ein Teil der Männer folgten ihnen zur anderen Seite der Steppenlandschaft.
Sandokan beugte sich im Sattel zu Christina hinüber. "Rühr dich nicht von der Stelle." Er küßte sie. "Ich hole dich hier wieder ab." Er wendete sein Pferd und galoppierte Kammamuri hinterher. Yanez folgte ihrem Blick, drückte kurz ihre Hand und folgte dann Sandokan.
Sabaus Leute zogen sich in das tiefere Dickicht zurück. Nur zögernd folgte Christina ihnen, immer noch der sich langsam legenden Staubwolke nachschauend. Sie wurde sich bewußt, daß Sabau sie betrachte, mit aufrechten, weisen Blicken.
"Er hat einen großen Namen. - Bevor man ihn tötet, muß man seinen Namen töten."


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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